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Über Einmachgläser und Terminatoren

Apr 13th, 2014 No comments

For When Shit Hits The Fan
Prepper sind bis anhin eher aus den USA bekannt. Es sind meist konservative, paranoide Männer und Familien, die sich gegen eine von ihnen erwählte irdische oder ausserirdische Gefahr wappnen, die meist gepaart mit einer von ihnen angeeigneten Verschwöhrungsteorie. Dazu gehört das anhäufen von Notvorräten, die vielfach für Monate und Jahre reichen sollen und ein Vermögen kosten, der Erwerb und das Training an schwerem Geschütz, alles was zum sogenannten Bugging-Out gehört (Bug-Out bag, Überlebenskit für die ersten Tage, eine Bug-Out strategy und location) und das Bauen eines Shelters, einer Notunterkunft, welche manche Prepper dann gar als Hauptsitz bewohnen.

Verteidigung mit Wasser und Sturmgewehr
Jetzt könnten Sie vielleicht sagen, was kümmern mich die paranoiden Amerikaner. Aber das wäre der Wirklichkeit zu kurz gegriffen, denn nun rät die oberste Armeespitze alias Armeechef André Blattmann den Schweizern in einem Interview mit “Schweiz am Sonntag” sich für den Notfall zu rüsten und findet, die bewaffnete Neutralität sei wichtiger geworden (sprich dass eben fast jeder Junge bei sich zu Hause ein Sturmgewehr im Schrank hat). Er liefert auch gleich selbst die Gründe für die neusten Empfehlungen an den erschütterungsresistenten schweizer Haushalt: »Die Krim ist halb so gross wie die Schweiz und liegt nur 2000 Kilometer entfernt. Neben der Krim liegt Rumänien. Das heisst, der Konflikt liegt praktisch wieder in Europa.« und damit vor unserer Haustür. Wir sollten also in guter Vorsehung unsere Karten wieder in Blauland und Rotland aufteilen und Wasser und Konservendosen für die Krise einlagern. Als Vorzeigesoldat geht Herr André Blattmann mit gutem Beispiel voran und hat für sich und seine Frau schon mal 300 Liter Mineralwasser gebunkert. Wieviel Einmachgläser und Konservendosen der Armeechef lagert wollte er der hiesigen Preppergemeinde noch nicht verraten.
Zu möglichen Cyber-Attacken gefragt sagt der Armeechef »Das sind heute die grössten Bedrohungen. Ein grossflächiger Stromausfall etwa kann zu einem Armee-Einsatz führen. Das Buch «Blackout» von Marc Elsberg scheint mir sehr realistisch zu sein: Es braucht die Armee, um zu verhindern, dass es Plünderungen gibt, wenn Bancomaten ausfallen und es nichts mehr zu kaufen gibt. Unsere Gesellschaft ist sehr verletzlich geworden, und wir sind – ich meine jetzt nicht die Armee – auf neue Risiken nicht wirklich vorbereitet. Wie viele Wasservorräte haben Sie zu Hause?«.

Diese Aussage macht auch womöglich gerade deshalb jetzt Sinn, weil man weiss, dass Peter Brabeck (CEO Nestlé) ein Terminator ist – und der ist nur gerade etwa 80 km von Bern weg.

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